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Gibt es zu viele Spaßbäder ?
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kritisiert die Schließung von Schwimmhallen und die UMWANDLUNG IN Spaßbäder. Bärbel Hilbig hat mit dem leitenden DLRG-Landesverbandsreferenten für Niedersachsen, Kurt Meyer-Bergmann, gesprochen.

Was stört die DLRG an der Umwandlung vom Schwimm- in Spaßbäder?
Bäderschließungen und der Umbau von Sport- in Freizeitbäder schränken die Möglichkeit ein, Kindern das Schwimmen beizubringen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Zahl der Nichtschwimmer wieder steigt.

Was ist denn verkehrt an den Spaßbädern?
Whirlpools, Sprudelbecken und Rutschen gehen in der Regel zu Lasten der Sportschwimmbecken.

Gilt das auch für das „aquaLaatzium“?
Nein, das „aquaLaatzium“ hat eine tolle Lösung gefunden. Die Sportschwimmfläche wurde dort erhalten. Das machen die Gemeinden aber normalerweise nicht. Sie verzichten bei Freizeitbädern auf die Wassertiefe, die für Tauchübungen notwendig wäre. Statt einer Schwimmstrecke gibt es Wellenbäder. Für ein systematisches Schwimmtraining sind solche Bäder nicht geeignet.

Wie wirkt sich das aus?
An vielen Orten drängeln sich mehrere Schulen in einem Schwimmbad. Wenn sich dann drei Klassen in einem 25-Meter-Becken mit 5 Bahnen tummeln, kann ein geregelter Schwimmunterricht kaum noch ablaufen. Dann teilen sich 15 Schüler eine Bahn. Das ist zum Teil katastrophal.

Sie kritisieren außerdem, dass Grundschullehrer häufig nicht für den Schwimmunterricht ausgebildet sind.
Lehrer an Grundschulen unterrichten alle Fächer. Das gilt für den Schwimmunterricht leider auch. Wir arbeiten mit der Bezirksregierung in der Fortbildung zusammen. An vielen unserer Fortbildungen nehmen Grundschullehrer teil, die sich zum ersten Mal in diesem Bereich weiterbilden, obwohl sie seit Jahren Schwimmunterricht geben. Es trägt nicht zur Unterrichtsqualität bei, wenn sich die Lehrer nur autodidaktisch vorbereiten.

Was fordern Sie?
Wir wollen ganz klar die fachspezifische Ausbildung verstärken. Jeder, der Schwimmen unterrichtet, sollte außerdem über die entsprechende Rettungsfähigkeit verfügen. Das heißt, ein Schwimmlehrer muss im Studium oder spätestens im Referendariat das Rettungsschwimmerabzeichen Silber absolvieren. Außerdem darf diese Fähigkeit nicht nur auf dem Papier stehen. Wir fordern, dass Lehrer genauso wie Schwimmmeister ihre Rettungsfähigkeit alle zwei Jahre nachweisen müssen. Ich glaube, dass Unfälle im Schwimmunterricht so erheblich vermindert werden könnten.

Das würde den Lehrern wahrscheinlich auch den Unterricht erleichtern.
Lehrende könnten sich sicherer fühlen, wenn sie gezielter ausgebildet werden. Beim Tauchen muss der Verantwortliche zum Beispiel jeden Tauchenden einzeln beobachten. Es geht nicht, dass ein Kind taucht und die nächsten springen gleich hinterher.

Wird genug Schwimmunterricht gegeben?
Das ist eine Frage, die den gesamten Sportunterricht betrifft. In Bayern gibt es drei Stunden pro Woche, die erteilt werden. In Niedersachsen können wir froh sein, wenn zwei Stunden stattfinden. Wir fordern, dass der Schwimmunterricht zusätzlich gegeben wird – und nicht erst in der vierten Klasse beginnen.

Warum?
Wenn Schulen erst in der vierten Klasse Schwimmen einplanen, machen sie das häufig, weil sie kein qualifiziertes Personal haben. Sie erwarten, dass die Kinder bereits schwimmen können. Die Verantwortung wird auf die Eltern übertragen: Und da sind wir wieder bei den Spaßbädern: Es fehlt Platz für den Schwimmunterricht. In Hannover hat die DLRG Wartezeiten von mehr als einem Jahr für Kinder, die einen Schwimmkurs besuchen wollen.

Quelle „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vom 16.03.2001 „Stadtgespräch“ Seite 16

 

 
 
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